Für 2023 soll es keine Gebührenerhöhung der Kita-Beiträge in Görlitz geben. Einen entsprechenden Änderungsantrag zu einer Vorlage der Verwaltung hat die Fraktion Motor Görlitz/Bündnisgrüne bereits am Dienstag dieser Woche eingereicht. Die gestiegenen Betriebskosten soll die Stadt finanzieren. Das Geld ist vorhanden: Für die Träger der freien Kitas musste die Stadt 2021 eine Million Euro weniger ausgeben als geplant. „Dieses Geld wollen wir für eine Entlastung der Familien einsetzen“, sagt Fraktionsvorsitzende Dr. Jana Krauß (Bündnis 90/Die Grünen).

Ursprünglich sollte der Stadtrat am 15.9.2022 über das Thema beraten. Oberbürgermeister Octavian Ursu zog die Vorlage aber zurück. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, die Elternbeiträge um rund 10 Prozent wegen der gestiegenen Betriebskosten zu erhöhen. Macht bei einem Krippenplatz aufs Jahr gerechnet etwa 260 Euro zusätzlich. Für die Kita würden ca. 180 Euro Mehrkosten anfallen. Jeweils bei einer Betreuung von neun Stunden. Grundlage der Berechnung sind vom Stadtrat festgelegte prozentuale Beteiligungen der Eltern an den Kita-Kosten. 18 Prozent bei der Krippe, 29 bzw. 30 Prozent bei Kindergarten und Hort. Mike Altmann (Motor Görlitz), Co-Vorsitzender der Fraktion: „Wir haben den Beschluss zur prozentualen Beteiligung im Mai 2021 gefasst. Seitdem hat sich die finanzielle Situation für Familien deutlich verschärft. Da die Stadt die Möglichkeiten hat, kann sie an dieser Stelle entlasten.“

Kritische Stimmen sagen, dass man damit die Erhöhungen nur verschiebt und sie dann noch höher ausfallen. Dazu sagt Jana Krauß: „Wir müssen in einem nächsten Schritt auch die Prozentsätze verändern, um die derzeit steigenden Energiepreise zumindest teilweise auszugleichen. Sonst wird der Kitabesuch ab 2024 zum Luxus. Über diese Frage muss sich der Stadtrat im Zuge der Haushaltsgespräche verständigen.“

Feierstimmung in der Südstadt. Heute wurde das Richtfest für die neue Kita auf der Fichtestraße begangen. Der Neubau beherbergt ab Jahresende die „Südstadtmäuse“. Ihre bisherige Kita auf der Arndtstraße hat wegen Asbestbelastung nur noch 31.12.2022 eine Ausnahmegenehmigung. Auf dem Gelände der ehemaligen Volksschwimmhalle entsteht ein großzügiges Gebäude, ebenerdig und barrierefrei. Die große Außenfläche wird mit verschiedenen Spielmöglichkeiten ausgestattet.

 

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Die Baukosten belaufen sich mittlerweile auf über fünf Millionen Euro. Ursprünglich waren weniger als drei Millionen Euro veranschlagt worden. Das war schon beim Beschluss des damaligen Stadtrates im Jahr 2019 zu optimistisch. Trotz Förderung von Freistaat und Kreis muss die Stadt Görlitz nun deutlich mehr Eigenmittel beisteuern. Das war wegen der leeren Kassen nur durch einen Verkauf der Kleingärten an die KommWohnen GmbH möglich. Wir hoffen, dass sich die Kosten nicht weiter erhöhen und die Kinder mit den Erzieherinnen und Erziehern pünktlich in das neue Objekt einziehen können. Im Haus werden künftig 40 Krippen- und 80 Kindergartenkinder lernen, lachen und toben. Damit steigt das Angebot an Betreuungsplätzen diesem Stadtteil – die Kita „Südstadtmäuse“ beherbergt lediglich 72 Plätze. Ein schöner Tag für die Familienstadt Görlitz.

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Fotos: Paul Glaser